Idee und Umsetzung des Geschichtspfades der Zeche Sachsen

 

Die Idee der Errichtung eines Geschichtspfades entstammt der Kooperation des Knappenvereins Hamm Nordenfeldmark-Heessen 1907 e.V. und der Martin-Luther-Schule. Der 1. Vorsitzende des Knappenvereins Rolf-Peter Gutsche meldete sich bei der Schulsozialarbeiterin Frau Sundt um ihr von seinen Eindrücken eines Ausflugs nach England zu berichten. Hier hatten die Knappen ein altes Zechengelände besichtig, auf dem Steine als Informationstafeln aufgestellt waren. Inspiriert von dieser Idee kam Herr Gutsche auf die Martin-Luther-Schule als verlässliche Kooperationspartnerin zu. Er stieß sofort auf offene Ohren und ein kleines Team interessierter und engagierter Lehrkräfte, die im 9. Jahrgang unterrichteten. Nach einem Vortreffen stand das Team „Geschichtspfad“ fest: Herr Avci, Frau Sundt und Frau Joneleit würden die schulischen Vorbereitungen und Planungen übernehmen. Als im September 2016 Herr Daniel Tümmers Schulleiter der Martin-Luther-Schule wurde, stieg er ebenfalls mit ins Team ein. Das Kollegium der M-L-S hielt den Kollegen innerhalb der Projektwoche und bei anderen, planenden und organisatorischen Aufgaben und Treffen den Rücken frei, sodass es an die Umsetzung gehen konnte.

 

Die Idee war es, einen Geschichtspfad zu erstellen, der auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Sachsen-„rund um die Sachsentürme“- über die damalige Zeche und die dazugehörigen Areale und Gebäude informiert. Dies sollte anschaulich und interessant dargestellt werden. Die Martin-Luther-Schule stellte damals die „Bergarbeiterschule“ dar, die ehemaligen Hauer und Steiger besuchten entweder selbst die Martin-Luther-Schule bzw. ihre Kinder und Enkel taten es. Auch noch heute sind die Wechselwirkungen der Martin-Luther-Schule und der Zeche Sachsen zu spüren. Die Schüler und Schülerinnen wohnen oft noch in den alten Kolonien  („Vogelsang“, „Neue Heimat“). Viele haben einen Migrationshintergrund, der darauf beruht, dass ihre Ahnen für die Arbeit auf der Zeche nach Deutschland kamen und hier ihre neue Heimat fanden. All dies waren Gründe, die sowohl bei den Schülern und Schülerinnen des 9. Jahrgangs als auch bei den beteiligten Lehrkräften sofort Begeisterung auslösten.

 

Die Schüler und Schülerinnen fanden es interessant und toll ihre teilweise eigene Geschichte zu beleuchten und auch mit eigenen Fotos ihrer Großeltern und deren Erzählungen zu untermalen. Diese erlebte Geschichte gegen das Vergessen der eigenen Wurzeln weckte das Feuer in ihnen, sodass sie es in nur einer Woche im Juni 2016 schafften, die Grundlage für die 18 Informationstafeln zu schaffen.

 

In Projektgruppen recherchierten die Schüler und Schülerinnen zu den relevanten Themen, setzten sich dabei auch noch mit diversen Medien auseinander, sprachen mit Zeitzeugen, arbeiteten mit verschiedenen Quellen und setzen Texte passend zu Bildern zusammen.

 

 

 

Zudem besuchten wir gemeinsam mit dem Knappenverein das Bergbaumuseum in Bochum. Hier konnten die Schüler und Schülerinnen aktiv und handelnd entdecken und mit Hilfe der Knappen und deren Erzählungen und Erklärungen das Arbeiten Unter- Tage besser nachvollziehen und im Simulator auch eine Seilfahrt erleben oder einen Abbruchhammer bedienen. Dies blieb den Schülern und Schülerinnen im Gedächtnis.

 

Durch die kontinuierliche Anwendung der Bergarbeitersprache erfuhren sie zudem auch noch die ursprünglichen Bedeutungen einiger Wörter und implementierten sie in ihren Wortschatz.

 

Am 30.06.2016 war es dann zum ersten Mal soweit. Die Schüler und Schülerinnen präsentierten zum ersten Mal ihre Ergebnisse, damals noch auf Plakaten, einem breiten Publikum. Es waren neben den Lehrern und Lehrerinnen der zukünftige Schulleiter, Herr Tümmers, die Ortsvorsteherin Frau Brennecke, der Leiter des Bergbaumuseums in Bochum, Herr Thews als MdB und viele weitere Personen. Zudem trat das RAG-Orchester der RAG-Stiftung auf.

 

Nach dem Auftritt ging es natürlich weiter. Die Feinarbeiten begannen. Die Schüler und Schülerinnen, mittlerweile in der 10. Klasse und somit der Abschlussjahrgang 2017 der Martin-Luther-Schule überarbeiteten die Infotafeln, suchten mit Unterstützung von Frau Sundt, Herrn Avci, Herrn Tümmers und Frau Joneleit regionale und überregionale Sponsoren. Nachdem die Schilder bedruckt waren, hoben die Schüler selbst die Löcher für die Fundamente aus und ließen sie ein. Der Geschichtspfad ist also ganz klassisch und typisch Handarbeit, die natürlich auch mit den Knappen wieder Hand in Hand verlief. Von der ersten Zeile bis zum Aufstellen. Diese waren schnell gefunden, sodass der Geschichtspfad dank großzügiger Unterstützung der Sponsoren aus Heessen, der RAG-Stiftung und der NRW-Stiftung am 07.04.2017 der Geschichtspfad feierlich in der Alfred-Fischer-Halle mit 300 geladenen Gästen aus der regionalen und überregionalen Politik , der Schule, des Bergbaus und den beteiligten Schülern und Schülerinnen eingeweiht werden konnte.

 

Der Geschichtspfad kann rund um die Alfred-Fischer-Halle und die Halden besichtigt werden. Er wird auch noch zeitnah für nichtsehende Menschen vertont werden.